Der Inkunabelforscher Peter Amelung hat einmal die Ulmer Aesop-Ausgabe von 1476/77 „eines der schönsten deutschen Bücher aller Zeiten“ genannt. Heinrich Steinhöwel (1411/12-1479), Ulmer Stadtarzt und Literat, bewies hier seinen Instinkt für nachhaltig angesagten Lesestoff und schuf gemeinsam mit seinem Partner, dem Buchdrucker Johann Zainer (in Ulm aktiv 1472-1493), und einem künstlerischen Team eine mit über 190 originellen Holzschnitten reich illustrierte zweisprachige Sammlung moralisierender Tierfabeln auf 278 Blatt im Folioformat – in der Tat ein eindrucksvolles Zeugnis des frühen Buchdrucks mit beweglichen Lettern in Ulm und in ganz Europa.
Schlagwort: Erhard Schad
Lesen hinterlässt Spuren
Lesespuren: Was in der Bibliothek heute übel auffällt – Textmarker, Notizen am Rand und Post-Its in Büchern hinterlassen! – erweist sich nach ein paar hundert Jahren als interessante Quelle dafür, wie Leser*innen einst mit ihrem Lesestoff interagierten.
Predigerin der Reformation
Das Buch des Monats März 2025 Die Artickel so Mayster Arsacius Seehofer … durch die Hohenschul zu Ingelstadt beredt…widerruffet hat. Daran: Argula von Grumbach: Wie eyn christliche Fraw…die Hohenschul zu Ingelstadt straffet. Augsburg: Heinrich Steiner, 1523. Ulm, Stadtbibliothek, Schad 1698-1699 Vom Beginn des Jahres bis in den Sommer 1525 erhoben sich im Südwesten, in Oberschwaben,… Predigerin der Reformation weiterlesen
Was vom Buche übrig blieb
Das Buch des Monats November 2024 Abgelöster Pergamenteinband mit Fragmenten eines kolorierten Kalenders zum Jahr 1592: Diser Kalender ist auff alle Bistum gerecht. MDXCII Jar, Augsburg: Hans Hofers Erben [1592]. Ulm, Stadtbibliothek, Fragment abgelöst von Schad 3880-81 Das Buch des Monats ist eigentlich ein Überbleibsel: Der Pergamenteinband, der aus der Schad-Bibliothek stammt, wurde während einer… Was vom Buche übrig blieb weiterlesen
Kleider machen Frauen
Das Buch des Monats Februar 2024 Jost Amman: Gynaeceum, sive Theatrum Mulierum, Frankfurt a.M.: Sigmund Feyerabend 1589. Ulm, Stadtbibliothek, Schad 508 Das “Gynaeceum” (griech. Das Haus der Frauen) oder “Theatrum Mulierum” (lat. Die Schaubühne der Frauen) ist im Grunde ein Bildband mit über 120 Darstellungen von Frauen unterschiedlicher Herkunft und ihrer idealtypischen Bekleidung. Die Gewänder… Kleider machen Frauen weiterlesen